Archive | Modellspielplatz RSS feed for this section

Der Modellspielplatz der Fanta Spielplatz-Initiative – Ein Spielplatz mit Erlebnischarakter

29 May

Der Modellspielplatz der Fanta Spielplatz-Initiative in Bochum

Gemeinsam mit Experten des Deutschen Kinderhilfswerks und Kindern der Umgebung verwirklichte die Initiative im Frühjahr 2012 in Bochum einen spannenden, kreativen und trotzdem kostengünstigen Spielort für freies und kreatives Spielen. In Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbüro sowie engagierten Mitarbeitern des Abenteuerspielplatzes wurde der bestehende Spielplatz komplett neu gestaltet. Vier Monate dauerte es von der Planung bis zur Umsetzung; durch die Umgestaltung konnte die Fläche von rund 800 m2 auf 2.000 m2 erweitert werden. Dafür investierte Fanta 75.000 Euro. Am 28. Mai 2012, dem Weltspieltag, eröffnete der Modellspielplatz für kleine und große Entdecker.

Dirk Schelhorn, Landschaftsarchitekt und Berater der Fanta Spielplatz-Initiative: „Die Idee hinter unserem Modellspielplatz ist, eine erlebbare Welt zu schaffen, in der Kinder durch unterschiedliche Elemente zu vielfältigem Spielen angeregt werden. Sie sollen animiert werden, auf Abenteuerjagd zu gehen, selbst tätig zu werden und sich auszutoben. Spielen auf unserem Modellspielplatz ist wie eine Entdeckungsreise in eine unbekannte Welt. Alle Altersgruppen finden eigene, natürlich eingebundene Aufenthalts- und Bewegungsbereiche. Im Wechselspiel des modellierten Spielplatzes mit Hügeln, Gehölzflächen und integrierten Bewegungselementen spielen Kinder in ihrer eigenen Geschwindigkeit, ziehen sich zurück oder suchen das gemeinsame Spiel. Die einzelnen Module ermöglichen kreatives Handeln der Kinder: SPIELEN!“

1.) Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Mit den Kindern des Viertels wurden im Rahmen einer Planungswerkstatt machbare, kreative Inhalte für den Modellspielplatz entwickelt. Nach einer gemeinsamen Bestandsaufnahme bestimmten die über 25 Kinder nicht nur die neuen Spielelemente wie z. B. einen Balancierweg im Wald, sondern auch die Platzierung der neuen Aktivitäten. Als Höhepunkt bauten sie ihren neuen Spielplatz in Form von Modellen. Die wichtigsten Vorschläge wurden zur Leitlinie für den ganzen Planungsprozess. So haben die Kinder erlebt, dass sie ernst genommen werden und ihre Vorschläge und Wünsche von Bedeutung sind. Es ist „ihr“ Spielplatz geworden!

2.) Fantasieanregende Vielfalt

Kinder möchten auf Entdeckungsreise gehen, experimentieren und Spuren hinterlassen. Erst das eigene, selbstbestimmte Handeln macht den Spielplatz zu einem Spielraum. Die Kombination verschiedener Elemente, z. B. in die Landschaft integrierter Stämme und Steine, regt die Fantasie an und fördert die motorische Geschicklichkeit. Verschiedene Komponenten wie die Wassermatschstelle oder der Schaukelgarten ergänzen das Angebot. Im Fokus stehen naturerlebnisfördernde Spielmodule wie Steinreihen oder Balancierpfade, auf denen Kinder Bewegungserfahrungen sammeln und lernen, ihr eigenes Können einzuschätzen.

3.) Naturnahe Raumgliederung

Eine modellierte Landschaft ist die Grundlage der neuen Spielraumgestaltung, die die kindliche Fantasie fördern soll. Denn Spielen ist nur dann Spielen, wenn Spontaneität und Experimente möglich sind. Der gesamte Spielbereich ist landschaftlich multifunktional durch bespielbare Elemente gestaltet: Dazu gehören beispielsweise Hügelstrukturen und Gehölzinseln. Er ermöglicht unterschiedliche Spielaktivitäten und bietet Rückzugsorte. Die bewusste Unübersichtlichkeit einzelner Spielplatz-Bereiche lässt überraschende Wege zu. So werden die Laufwege der Kinder zwischen den einzelnen Angeboten zu spontanen Erkundungstouren.

4.) Individuelle Gestaltungsfreiheit

Nur das selbst erlebte Abenteuer macht stolz. Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten fordern Kinder heraus, Experimente einzugehen, und fördern so die Kreativität. Kinder entwickeln sich beim Spielen: motorisch, kognitiv und sozial. Die Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich z. B. durch die Wasserstelle oder den Weidenwald. Hier können Kinder selbst ihre Umwelt gestalten, mit losem Material die eigenen Ideen verwirklichen. Die Gestaltungsfreiheit zeigt sich auch in der flexiblen Nutzung der Spielräume. Es gibt fast immer die Wahl zwischen verschiedenen Wegen, z. B. über Hügel, den Balkenweg oder den normalen Spazierweg. Kleine und große Entdecker können so ganz individuell ihren Spielraum „erobern“.

5.) Naturnahes Spiel für alle Sinne

Kinder brauchen Natur, um in und mit ihr zu lernen. Elemente wie Hügel, Bäume oder Natursteinblöcke fördern die Sinneswahrnehmung und entdeckendes Lernen. Bäume können erklettert, mit den Händen begriffen und den Füßen verstanden werden; das Begleiten natürlicher Abläufe in der Natur offenbart Geheimnisse und lädt Kinder ein, die eigene Welt zu erforschen. Wasser lehrt beim Spielen Gestaltungsmöglichkeiten und Formensprache. Gerüche, wechselnde Farben sowie schwere und leichte Materialien können erlebt werden.

6.) Orte zur Entspannung

Spielen ist nicht nur bewegen, toben oder verändern – Spielen ist ebenfalls, sich zurückziehen zu können, z. B. in die eigens dafür konzipierte Nische am Rande des Schaukelgartens. Diese kleine Fläche ist geschickt transparent mit Pflanzen und Modellierung abgeschirmt. So können Kinder Anteil am Geschehen auf dem Spielplatz nehmen, haben aber trotzdem die für sie angemessene Ruhe. Derartige Entspannungsorte tragen zum sozialen Verständnis bei.

7.) Interaktionschancen für alle Altersgruppen

Ein besonderes Ergebnis der Planungswerkstatt war der gemeinsame Wunsch, eigene Treffpunkte für alle Altersgruppen auf dem Spielgelände anzulegen. Deshalb wurde ein Jugendtreffpunkt errichtet: eine kleine, offene Holzhütte mit „Lümmelbänken“. Die Hütte befindet sich halb versteckt im Hintergrund eines Eingangsbereiches, sodass die Jugendlichen „unter sich“ bleiben können und die Kinder nicht stören. Ein Treffpunkt für die kleineren Besucher befindet sich zwischen Bolzplatz und Schaukelgarten: Die Nische mit Verweilmöglichkeiten aus Steinen und Balken wurde auf besonderen Wunsch der Mädchen konzipiert. Die nach Altersgruppen und Geschlecht differenzierten Spiel- und Aufenthaltsangebote minimieren das Konfliktpotential.

8.) Die Klassiker: klettern, rutschen, balancieren und schaukeln

Leben heißt Experimentieren! Kinder möchten klettern, rutschen, balancieren und schaukeln. Insbesondere für Kinder unter 14 Jahren ist Bewegung Ausdruck von Lebensfreude. So lernen sie die wesentlichsten Fertigkeiten, um die Welt zu verstehen. Ein körperlich geschicktes Kind ist auch geistig fit und vielseitig. Um freies und kreatives Spielen zu ermöglichen, bedarf es etwas mehr als die Klassiker wie Schaukel oder Sandkasten. Im kleinen Wald sind Kletter- und Balancierbalken in niedrigen Höhen integriert, sodass  Kinder unterschiedliche Schwierigkeitsgrade testen können. Die Hangrutsche führt durch niedriges Geäst der Bäume und verbindet Wegeabschnitte. Einzel- und Gruppenschaukeln, der Bolz- sowie der Streetballplatz sind wichtige Elemente für gemeinsame Bewegung. Fast alle Angebote sind in die Landschaft integriert und so natürlich wie möglich bespielbar.

 

Es ist soweit: Fanta Spielplatz-Initiative hat Modellspielplatz in Bochum eröffnet!

28 May

Das Warten hat ein Ende. Am 28. Mai 2012, dem nationalen Weltspieltag, hat Botschafterin Sonya Kraus in Bochum- Wattenscheid zusammen mit Bezirksbürgermeister Hans Balbach den Modellspielplatz der Fanta Spielplatz-Initiative eröffnet. Über 400 Kinder mit ihren Eltern, sowie geladene Pressevertreter feierten mit einem großen Spielplatz-Fest gemeinsam die Einweihung. Klein und Groß waren vom Modellspielplatz begeistert.